Ducks Dive Center, Mangrove Bay, El Quseir,
Ägypten – Oktober 2006



Das schönste Hausriff in Ägypten – so zumindest wird uns Mangrove Bay mit der Tauchbasis von Robert und Essam in Erinnerung bleiben.

Wer in Hurghada landet, muss sich auf etwa 2 Stunden Busfahrt einstellen. Von Marsa Alam aus geht es natürlich schneller, denn ungefähr 40 Kilometer nördlich vom Flughafen und 30 km südlich von El Quseir liegt die (zumindest für ägyptische Verhältnisse relativ kleine) 3-Sterne Hotelanlage Mangrove Bay Village in einer flach abfallenden Mangroven-Bucht – was damit schon den Namen des Resorts erklärt.

Die Hotelanlage besteht neben dem Hauptgebäude mit Rezeption, Bar und Speisesaal aus den gewohnten Reihenbungalows, die nicht übermässig komfortabel, aber jedenfalls zweckmäßig und nicht unangenehm eingerichtet sind: mit großen Schränken, die viel Stauraum bieten, Kühlschrank, zumindest bei uns etwas durchgelegenen Betten, aber einem neuen, sauberen und überaus großzügigen Badezimmer! Klimaanlage und Sat-TV sind vorhanden. Die Zimmer waren stets sauber, das Essen schmeckte gut, auch der ägyptische Wein – kurz, wir fühlten uns durchaus wohl im Mangrove Bay Resort, es gab keinerlei Grund zur Klage.

Die Tauchbasis Ducks Dive liegt auf einem kleinen Hügel auf dem Gelände der Hotelanlage. Sie hat alles, was eine gute Tauchbasis halt so braucht: großer Tresen zur Ausgabe von Kisten und Leih-Equipment, Verkaufsraum, Schulungsräumlichkeiten, Toiletten. Und: ein sehr großer, abschließbarer gut belüfteter Trockenraum, in dem nach dem Spülen abends die Anzüge und Kisten bequem verstaut werden konnten. Separat daneben liegt die kleine Füllstation, in der Nitrox for free gefüllt wurde – jeder misst seine Flaschen selbst und kennzeichnet sie. Direkt vor der Station werden sie dann von den ägyptischen Guides auf den Karren gehievt, der vom „Basis-Esel“ Rambo gezogen wird. Damit entfiel für uns das Flaschenschleppen zum Boot, sondern wir konnten unten am Steg unsere Flaschen in Empfang nehmen und brauchten bloß noch darauf achten, dass sie auch gut an Bord unseres Schiffes kamen.

Die Tagesausflüge verliefen entspannt und angenehm – wie alles bei dieser Tauchbasis: die Flaschen sind auf den beiden großen Tagesbooten sicher befestigt – also erstmal Nitrox kontrollieren, dann Jackets anbringen und dann eigentlich nur noch in der Sonne auf dem Deck ausstrecken und darauf warten, bis der erste Tauchspot erreicht ist. Zwischen den 2 Tauchgängen gibt es ein extrem leckeres Mittagessen, das wie immer direkt auf dem Boot zubereitet wird. Für den Durst gibt´s Tee, oder Wasser, das man sich aber selber mitbringen muss.

Die Tauchspots selbst sind allemal wunderschön – die Fischvielfalt an fast allen Spots mit Schnapper, Thunfische, Makrelen, Napoleons, Barrakudas, Oktopusse oder sogar Weißspitzenhaie, die bunte Fauna, riesige Tischkorallen, Korallenblöcke – kaum abgetaucht fühlt man sich wie im Paradies.

Nicht wenige Tauchgäste jedoch machen keine einzige Ausfahrt mit, weil ihnen das Hausriff „genug“ ist. Wer einmal hier getaucht ist, weiß auch warum! Es kann einfach vom Anlegersteg über eine Edelstahlleiter erreicht werden – die allerdings mit Vorsicht benutzt werden muss, weil sie halt doch recht rutschig ist. Es ist so bunt, lebendig und abwechslungsreich, dass man bei jedem Tauchgang wieder etwas ganz anders zu Gesicht bekommt.

Alles in allem ist Mangrove Bay genau richtig für einen entspannten Taucherurlaub ohne Stress, Hektik und Touristenmassen! Wer kein Luxushotel braucht, dafür aber Wert legt auf sicheres Tauchen, ein ebenso freundliches wie kompetentes Basisteam und eine fantastische Unterwasserwelt gleich vor der Haustür, der ist hier absolut richtig!


Was uns gut gefiel:
Das Hausriff – das Hausriff – das Hausriff!
Tauchen fast rund um die Uhr: Ausfahrten, Early Morning, Nachttauchgang, Tagesfahrten mit dem Boot, schnell raus mit dem Zodiak, Reinspringen am Hausriff ... so oft wir wollten und konnten!
Ein extrem freundliches Personal in der Tauchbasis

Was wir uns anders wünschen würden:
Einen besseren Einstieg ins Hausriff, bei dem wir nicht über die Korallen steigen müssen – jedes Mal blutet einem schier das Herz (manchmal nicht nur das – dafür sorgten die Seesterne!)


by. Eva Maria Reiter
25. Oktober 2006

Fotos: Andreas Holler